Review: Masters of the Universe (2026) – Ein Sieg für Eternia, trotz einiger Schwächen
⭐⭐⭐½☆ (3,5 von 5 Sternen)
Bei manchen Filmen geht es nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Es geht darum, ein Versprechen einzulösen.
Fast 40 Jahre nach dem berüchtigten Dolph-Lundgren-Film und nach beinahe zwei Jahrzehnten Entwicklungschaos ist Masters of the Universe endlich zurück auf der großen Leinwand. Für viele Fans meiner Generation ist He-Man weit mehr als nur eine Comic- oder Zeichentrickfigur. Er ist Kindheit. Actionfiguren. Hörspiele. Samstagmorgen vor dem Fernseher.
Die wichtigste Frage lautete also nie: Wird der Film ein Meisterwerk?
Sondern:
Fühlt er sich nach Masters of the Universe an?
Und die Antwort lautet überraschend klar:
Ja.
Willkommen zurück auf Eternia
Schon die ersten Minuten machen vieles richtig.
Regisseur Travis Knight versteht offenbar, dass Eternia nicht funktionieren würde, wenn man versucht, daraus das nächste düstere Fantasy-Epos zu machen.
Eternia ist bunt.
Eternia ist verrückt.
Eternia ist größer als das Leben.
Und genau so präsentiert sich die Welt auch im Film.
Gigantische Paläste, bizarre Kreaturen, überzeichnete Helden und Schurken sowie ein herrlich nostalgischer Fantasy-Look sorgen dafür, dass man sich als Fan sofort zuhause fühlt.
Besonders positiv fällt auf, dass sich die Macher sichtbar an den klassischen Figuren orientieren.
Trap-Jaw sieht aus wie Trap-Jaw.
Mekaneck sieht aus wie Mekaneck.
Fisto sieht aus wie Fisto.
Klingt selbstverständlich, ist es heutzutage aber leider nicht mehr.
Nicholas Galitzine überzeugt als He-Man
Im Vorfeld wurde viel über Nicholas Galitzine diskutiert.
Kann er He-Man überhaupt verkörpern?
Nach dem Film lautet die Antwort eindeutig: Ja.
Galitzine bringt nicht nur die nötige körperliche Präsenz mit, sondern schafft auch den schwierigen Spagat zwischen dem sympathischen Prinz Adam und dem späteren He-Man.
Gerade die Szenen auf Eternia profitieren davon, dass er die Rolle nicht als übertriebenen Muskelhelden spielt, sondern als jemanden, der erst in seine Bestimmung hineinwachsen muss.
Skeletor stiehlt fast allen die Show
Die größte Überraschung des Films heißt allerdings Jared Leto.
Nach einigen fragwürdigen Rollenentscheidungen der letzten Jahre waren viele Fans skeptisch.
Völlig zu Unrecht.
Sein Skeletor gehört zu den stärksten Elementen des gesamten Films.
Das liegt vor allem daran, dass die Figur nicht modernisiert oder psychologisch zerlegt wird.
Skeletor bekommt keine tragische Hintergrundgeschichte.
Keine Rechtfertigung.
Keine Entschuldigung.
Er ist einfach ein größenwahnsinniger Tyrann, der nach Macht strebt.
Und genau deshalb funktioniert er.
Immer wieder bewegt sich Leto zwischen bedrohlichem Diktator und herrlich überzeichnetem Comic-Schurken, ohne dabei lächerlich zu wirken.
Die Action macht genau das, was sie soll
Wenn der Film loslegt, macht er richtig Spaß.
Die Kämpfe besitzen Gewicht.
Die Schlachten wirken groß.
Die Kräfte der Figuren fühlen sich mächtig an.
Besonders die Auseinandersetzungen auf Eternia liefern einige Bilder, die direkt aus den alten Cartoons oder den legendären Actionfiguren-Verpackungen stammen könnten.
Auch das Finale zwischen He-Man und Skeletor gehört klar zu den Höhepunkten des Films.
Hier bekommen Fans genau das, worauf sie gewartet haben.
Der Film vertraut sich selbst manchmal nicht genug
Ganz ohne Probleme kommt Masters of the Universe allerdings nicht davon.
Der größte Schwachpunkt ist der Humor.
Immer wieder werden starke Szenen durch selbstironische Kommentare oder Meta-Witze unterbrochen.
Man merkt, dass moderne Blockbuster offenbar Angst davor haben, für einen Moment vollkommen ernst zu sein.
Gerade einige emotionale Szenen hätten deutlich mehr Wirkung entfaltet, wenn man sie einfach hätte wirken lassen.
Stattdessen erinnert der Film stellenweise unangenehm an die Marvel-Schule der letzten Jahre, bei der jeder große Moment sofort wieder mit einem lockeren Spruch gebrochen werden muss.
Das ist schade, weil die ernsteren Passagen eigentlich gut funktionieren.
Die Geschichte bleibt vorhersehbar
Auch die Handlung selbst sorgt nicht für große Überraschungen.
Wer Fantasyfilme kennt, wird viele Wendungen früh kommen sehen.
Das macht den Film nie langweilig, verhindert aber, dass er sich wirklich außergewöhnlich anfühlt.
Hier verschenkt Masters of the Universe etwas Potenzial.
Fazit
Masters of the Universe ist nicht die perfekte He-Man-Verfilmung geworden.
Die Handlung bleibt oft auf vertrauten Pfaden und der Humor wird gelegentlich etwas zu stark eingesetzt.
Trotzdem überwiegen am Ende klar die positiven Eindrücke.
Eternia sieht fantastisch aus.
Die Action macht Spaß.
Nicholas Galitzine liefert einen überzeugenden He-Man.
Und Jared Leto überrascht mit einem erstaunlich starken Skeletor.
Vor allem aber schafft der Film etwas, woran viele Nostalgie-Projekte scheitern:
Er liebt seine Vorlage.
Anstatt sich für seine Wurzeln zu schämen, feiert Masters of the Universe genau den verrückten Fantasy-Charme, der die Marke seit Jahrzehnten ausmacht.
Wer mit He-Man, Battle Cat, Skeletor und Castle Grayskull aufgewachsen ist, wird das Kino vermutlich mit einem breiten Grinsen verlassen.
Kein Meisterwerk. Aber endlich wieder Masters of the Universe.
⭐⭐⭐½☆ (3,5 von 5 Sternen)
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